Tanzsport fördert – neben anderen Fähigkeiten – die Vernetzung zwischen rechter und linker Gehirnhälfte. Die Gesundheits-Tanzsportwoche 2010 des Tansportverbandes Rheinland-Pfalz stand unter dem Motto „Körperaktivitäten und -beherrschung“. Unter der sportlichen Leitung von Roland Schluschaß trafen sich 54 Tanzsport-Begeisterte in der letzten Oktoberwoche im „Haus Rheinland-Pfalz“ in Oberjoch, um zu lernen, wie man festgefahrene Bewegungsmuster aufbrechen und vorhandene Tanzbausteine neu zusammensetzen kann.
Entsprechend weit gefächert war das Spektrum von Tango-Argentino und Française über Standard und Latein bis hin zu NewVogue und Disco-Fox, ergänzt durch Fitness-Übungen und Freiem Training. So bot der Zeitplan an 6 Tagen ein attraktives Angebot von 10 Uhr morgens bis 22 Uhr abends. Dabei war der Trainingsplan so gestaltet, dass er den Teilnehmern die Freiheit ließ, einzelne Bausteine herauszupicken, aber die Referenten dennoch auf den vorhergegangenen Übungseinheiten aufbauen konnten.
Im Einzelnen unterrichtete Roland Schluschaß tanzsportliches Tanzen: Standard in zwei Gruppen für Breitensportler bzw. Anspruchsvolle sowie Latein und New Vogue. Im Vordergrund stand, die Paarharmonie durch Führen und Folgen zu fördern. Dabei zeigte er immer wieder, wie man aus scheinbar einfachen Schrittfolgen einer Box oder eines Line-Dances die weitaus komplexeren Figuren des Standard- und Lateintanzens entwickeln kann.
Das Motto „Körperaktivitäten und -beherrschung“ wurde durch verschiedenartige Fitness-Übungen unterstützt. Maria Buck zeigte das „Fitness-Studio in der Trainingstasche“ mit Hilfe des Thera-Bandes, auch „Körperwahrnehmung und -kräftigung“ des weiteren „Dance-Aerobic 50+ für Ihn und Sie“. Jürgen Steingötter leitete an zum „Spielerischen Bewegen“ mit dem Ball und zum „Bewegen mal anders“.
Andere Bewegungsmuster wurden auch durch die weiteren Referenten den Teilnehmern nahe gebracht. So vermittelten Götz und Edeltraut Steingötter den Tänzern das Katzenhaft-Schleichende des Tango-Argentino. Das andere Ende des tänzerischen Spektrums zeigte sich im höfisch-formalisierten Schreit-Tanz der Française, den Nikolaus und Helga Steinmetz unterrichteten. Dass es auch beim DiscoFox auf die Stellung im Raum und die richtige Fuß-, Hand- und Körperhaltung ankommt, wurden von Günter und Anneliese Chatenay als aktuelle Entwicklung in diesem Bereich vermittelt.
Eine Abordnung des Trachtenvereins Oberjoch zeigte den Teilnehmern, dass der Volkstanz auch für erfahrene Tänzer eine Herausforderung sein kann: mit Eifer und viel Spaß wurde eingeübt, auch mit Händen und Armen die überlieferten Tanzfiguren zu formen.
Traditionell besteht in Oberjoch die Gelegenheit zur DTSA-Abnahme, was diesmal drei Paare erfolgreich nutzten. Ebenso zur Tradition gehört der Hüttenabend, der den teilnehmenden Breitensportlern, Übungsleitern und Trainern aus verschiedenen Vereinen einmal mehr Gelegenheit zum Kontakteknüpfen und Gedankenaustausch bot. Als besonderes „Schmankerl“ hatten Gernot und Heide Franzmann einen Akkordeonspieler organisiert, zu dessen Musik einige Paare die zuvor eingeübten Volkstänze vorführten.
Bei der Aussprache am letzten Abend waren sich die Teilnehmer einig, dass man sich gerne nächstes Jahr wieder in Oberjoch treffen möchte, um eine Woche tänzerischer Weiterbildung, intensiven Erfahrungsaustauschs und Spaß am Sport zu erleben. Wegen der fachlichen Qualifikation des Angebots dient das attraktive Programm darüber hinaus zur Lizenzerhaltung für Trainer und Übungsleiter.
Dass diese Veranstaltung wieder ein Erfolg wurde, ist nicht zuletzt der
bewährten Organisation durch Gernot Franzmann, der Lage und der
Trainingsmöglichkeiten des Hauses „Rheinland-Pfalz“ des
Landessportbundes und der freundlichen Betreuung durch den neuen
Hüttenwirt Herrn Westram und seinem Team zu verdanken.
Und außerhalb des offiziellen Programms hatte Oberjoch dieses Jahr noch
eine besondere Form der Körperaktivität parat: nach heftigen
Schneefällen am ersten Tag durften die Teilnehmer ihre Autos aus 30 cm
Neuschnee freischaufeln.
Bericht: Thomas und Susanne Binz, Uwe Block und Rosi Reichenbach-Block, Armin und Gabi Schott (Tanzsportabteilung des Postsportvereins Mainz e.V.)